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AnmeldenÜber Landwirtschaft in Kerguelen
Die Kerguelen-Inseln liegen im südlichen Indischen Ozean innerhalb der Französischen Südterritorien. Das Klima ist subantarktisch und durch ständige starke Winde, niedrige Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit geprägt. Das Gelände ist zerklüftet und gebirgig, geformt durch vulkanische Aktivitäten und weitreichende Vergletscherung. Die Böden sind überwiegend basaltisch, oft dünn oder wassergesättigt, was für die raue, tundraähnliche Umgebung der „Brüllenden Vierziger“ charakteristisch ist.
Traditionelle kommerzielle Landwirtschaft ist in der Region aufgrund des extremen Klimas und des strengen Schutzstatus der Inseln als Naturschutzgebiet praktisch nicht vorhanden. Historisch gab es Versuche einer extensiven Schafhaltung, die jedoch zum Schutz der empfindlichen einheimischen Flora eingestellt wurden. Heute beschränken sich die Aktivitäten auf kleine experimentelle Gewächshäuser an der Forschungsstation Port-aux-Français. Diese Gärten versorgen das Personal mit frischem Grün und dienen als Testgelände für den Pflanzenbau unter extremen Bedingungen.
Die Wirtschaft der Französischen Südterritorien wird primär durch wissenschaftliche Forschung und die regulierte Bewirtschaftung der Meeresressourcen bestimmt. Erhebliche Einnahmen werden durch den Verkauf von Fischereilizenzen erzielt, insbesondere für den Schwarzen Seehecht in der weitläufigen ausschließlichen Wirtschaftszone. Wissenschaftliche Missionen, koordiniert vom Französischen Polarinstitut (IPEV), bilden das Rückgrat der Gemeinschaft und unterstützen Langzeitbeobachtungen in der Meteorologie und Biologie.
Der Arbeitsmarkt für Agronomen und Landverwalter ist hochspezialisiert und konzentriert sich fast ausschließlich auf den Umweltschutz und die Biosicherheit. Fachkräfte sind primär am Management invasiver Arten und der Wiederherstellung einheimischer Ökosysteme beteiligt. Während es keine traditionelle Farmarbeit gibt, besteht ein Bedarf an Experten für Ökologie und Umweltingenieurwesen, die im Rahmen staatlicher wissenschaftlicher und administrativer Missionen arbeiten können.
Das Leben und Arbeiten auf Kerguelen erfordert ein hohes Maß an psychischer Belastbarkeit und die Bereitschaft zur extremen Isolation. Der Zugang ist streng kontrolliert und auf das Versorgungsschiff Marion Dufresne beschränkt, das den Archipel nur wenige Male im Jahr besucht. Das Personal lebt in Gemeinschaftsunterkünften auf der Forschungsbasis, wobei alle Lebensmittel und Vorräte importiert werden. Es ist ein einzigartiges Umfeld für Menschen, die sich der Forschung an einem der entlegensten Orte der Welt widmen.