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Agri-Photovoltaik: Warum Solarpanels eine Ernteversicherung sein können

Agri-Photovoltaik: Warum Solarpanels eine Ernteversicherung sein können

Während der extremen europäischen Dürre im Jahr 2018 verzeichnete die Landwirtschaft weitreichende Ertragseinbußen. Eine Untersuchung in Deutschland förderte jedoch ein verblüffendes Ergebnis zutage: Kartoffeln, die unter semitransparenten Solarpanels angebaut wurden, lieferten einen um 11% höheren Ertrag im Vergleich zu Pflanzen auf traditionellen, unbeschatteten Flächen.

Dieses Ergebnis unterstreicht das wachsende Potenzial der Agri-Photovoltaik – eine Strategie der Doppelnutzung, bei der Stromerzeugung und Pflanzenproduktion auf demselben Land koexistieren. Für Landwirte, die zunehmend unter Hitzestress und Bodenfeuchtigkeitsmangel leiden, bieten diese Strukturen mehr als nur erneuerbare Energie; sie fungieren als Schutzschild gegen extreme Witterungsbedingungen.

Der durch die Panels erzeugte Schatten dämpft die Intensität der direkten Sonneneinstrahlung, die während Hitzewellen oft übermäßig hoch ist. Durch die Regulierung des Mikroklimas direkt über dem Bestand reduzieren die Module die Evapotranspiration. Dies sorgt dafür, dass der Boden kühler bleibt und Feuchtigkeit länger hält, was praktisch als passives Instrument zur Steigerung der Bewässerungseffizienz dient.

Obwohl die Investitionskosten für hoch aufgeständerte PV-Anlagen beträchtlich sind, begünstigt die aktuelle Energiepolitik der EU zunehmend dezentrale erneuerbare Energien. Für Betriebe in sonnenreichen oder dürregefährdeten Regionen stellt dies eine Diversifizierungsstrategie dar, die ein doppeltes Einkommen schafft: Einnahmen aus der Energieproduktion und eine höhere Resilienz für hochwertige Gemüsekulturen.

Kontext für Landwirte: Wenn Ihr Betrieb in einer zunehmend von Dürre betroffenen Region liegt, können Agri-PV-Systeme als Asset für das Risikomanagement dienen, das Ihre Erträge stabilisiert und saisonunabhängige Einnahmen sichert. Es empfiehlt sich, aktuelle Förderprogramme für erneuerbare Energien zu prüfen, da solche Installationen häufig für Zuschüsse im Bereich „grüne Investitionen“ infrage kommen, die die Anschaffungskosten deutlich senken.

— Redaktion agronom.work