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Jenseits der Chemie: Wie KI und Robotik den Pflanzenschutz revolutionieren

Jenseits der Chemie: Wie KI und Robotik den Pflanzenschutz revolutionieren

Die traditionelle chemische Landwirtschaft steht weltweit zunehmend unter Druck. Durch steigende Düngemittelkosten, die nachlassende Wirksamkeit älterer Pestizide aufgrund von Resistenzen und immer strengere Umweltauflagen geraten Landwirte in eine Margenklemme. Der konventionelle Ansatz, der stark auf flächendeckende chemische Anwendungen setzt, wird in der Aufrechterhaltung schlichtweg zu teuer.

Der Agritech-Sektor und große Investoren haben diesen Engpass erkannt und richten ihren Fokus neu aus. Die Entwicklung verlagert sich von neuen chemischen Formeln hin zum Einsatz von künstlicher Intelligenz, fortschrittlicher Robotik und biologischer Technik. Das Hauptziel besteht darin, die Ernteerträge zu halten oder zu steigern und gleichzeitig das Volumen der auf dem Feld benötigten chemischen Betriebsmittel drastisch zu reduzieren.

Präzisionsrobotik steht an der Spitze dieses Wandels. Systeme von Unternehmen wie Verdant Robotics ersetzen die traditionelle Methode der flächendeckenden Ausbringung durch gezielte Anwendungen. Mithilfe von KI-gestützten Kamerasystemen können an Traktoren montierte Module einzelne Unkräuter identifizieren und Herbizide millimetergenau applizieren. Dieser gezielte Ansatz senkt nicht nur den Chemikalieneinsatz drastisch, sondern macht auch teurere biologische Präparate für konventionelle Erzeuger wirtschaftlich rentabel.

Über die Maschinen hinaus finden Innovationen auch auf der Ebene des Saatguts und der biologischen Mittel statt. Mit Hilfe von KI und Multiplex-Gen-Editierung werden Pflanzen entwickelt, die von Natur aus weniger Dünger benötigen und widerstandsfähiger gegen Schädlinge sind. Gleichzeitig etablieren sich neue biologische Bekämpfungsmethoden, wie die UV-C-Lichtbehandlung gegen Pilzbefall in Sonderkulturen wie Erdbeeren und Weinreben oder Pheromon-Dispenser zur Verwirrung von Insekten.

Praktische Erkenntnis: Die Technologie der Präzisionsapplikation entwickelt sich rasant von der experimentellen Phase zur kommerziellen Marktreife. Für Betriebsleiter bietet die Umstellung auf KI-gesteuerte Sprühverfahren – sei es durch eigene Investitionen oder die Beauftragung von Dienstleistern – eine unmittelbare Möglichkeit, die Ausgaben für Agrochemikalien zu senken und sich an strengere Umweltvorschriften anzupassen, ohne Ertragseinbußen hinnehmen zu müssen.

— Redaktion agronom.work