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Apeel Sciences fokussiert Europa mit neuen Post-Harvest- und KI-Technologien

Apeel Sciences fokussiert Europa mit neuen Post-Harvest- und KI-Technologien

Apeel Sciences, ein Unternehmen, das für die Entwicklung pflanzlicher, essbarer Beschichtungen zur Verlängerung der Haltbarkeit von Frischwaren bekannt ist, konzentriert sich zunehmend auf den europäischen Markt. Nachdem das Unternehmen in den USA mit einer koordinierten Desinformationskampagne und strukturellen geschäftlichen Herausforderungen konfrontiert war, hat es seinen Ansatz umstrukturiert. Heute machen Europa, der Nahe Osten und Afrika rund 70 % des Geschäfts von Apeel aus, wo die Nachfrage nach der Reduzierung von Lebensmittelabfällen, der Vermeidung von Plastikverpackungen und dem Ersatz synthetischer Wachse bei großen Lieferanten und Einzelhändlern wächst.

Die anfängliche Beschichtungstechnologie des Unternehmens, die den Feuchtigkeitsverlust und die Oxidation mithilfe von Lipiden aus landwirtschaftlichen Nebenprodukten wie Traubenkernen effektiv verlangsamte, erwies sich für Packbetriebe als kostspielig und schwierig in der Umsetzung. Sie erforderte maßgeschneiderte Mischanlagen und eine teure Trocknungsinfrastruktur. Um dieses Problem zu lösen, entwickelte Apeel eine zweite Version seiner Barriere. Sie wird als monatelang stabile Flüssigkeit geliefert und kann mit vorhandenen Packhausanlagen ohne zusätzliche Trocknungsschritte aufgetragen werden. Dadurch werden die Anwendungskosten um das Zehnfache gesenkt und die Integration für landwirtschaftliche Lieferanten vereinfacht.

Über die Verlängerung der Haltbarkeit hinaus erweitert Apeel seine "Fresh Formulaics"-Linie, um Nacherntekrankheiten aktiv zu bekämpfen. Ein neues Produkt namens Zero MI, das diesen Herbst auf den Markt kommt, zielt auf Pilzinfektionen wie Stielfäule bei Avocados und Penicillium-Fäule bei Zitrusfrüchten ab. Für europäische Verpacker und Exporteure bietet diese pflanzliche Lösung eine potenzielle Alternative zu herkömmlichen Post-Harvest-Fungiziden wie Imazalil, Thiabendazol und Prochloraz, was mit dem strenger werdenden regulatorischen Umfeld bezüglich Pestizidrückständen übereinstimmt.

Im Bereich Agritech hat Apeel zudem RipeTrack eingeführt, ein tragbares Toolkit zur Qualitätsmessung. Durch den Einsatz von KI und maschinellem Lernen ermöglicht das Gerät Agronomen und Landarbeitern die Bewertung entscheidender Merkmale wie Trockensubstanz, Ölgehalt und Brix-Säure-Verhältnis, ohne die Frucht aufschneiden zu müssen. Diese zerstörungsfreie Prüfung kann direkt auf der Plantage durchgeführt werden, was im Vergleich zur herkömmlichen Laborprobenahme erheblich Zeit spart und präzisere Ernteentscheidungen auf der Grundlage genauer Reifedaten ermöglicht.

Die strategische Verlagerung unterstreicht einen breiteren Trend in der Post-Harvest-Technologie, bei dem sich der Fokus von der reinen Haltbarkeitsverlängerung für den Einzelhandel hin zu integrierten Lösungen verlagert, die der gesamten Lieferkette zugutekommen. Durch die einfachere Anwendung ihrer Beschichtungen und das Angebot fortschrittlicher Datentools möchte Apeel die Abläufe für Erzeuger und Händler optimieren, insbesondere in Regionen wie Europa, die umweltfreundlichere landwirtschaftliche Praktiken priorisieren.

Praktische Erkenntnis: Die Verlagerung von Apeel nach Europa und die Entwicklung von flüssigen Beschichtungen sowie tragbaren KI-Qualitätskontrollwerkzeugen bieten regionalen Erzeugern und Lieferanten nun praktikable, kostengünstige Alternativen zu herkömmlichen Fungiziden und Wachsen nach der Ernte.

— Redaktion agronom.work