Chlorpyrifos und Hirnschäden: Warum der Pestizidschutz die ganze Hof-Familie betrifft
Forscher haben einen besorgniserregenden Zusammenhang zwischen der pränatalen Exposition gegenüber dem Insektizid Chlorpyrifos (CPF) und dauerhaften Veränderungen der Gehirnstruktur bei Kindern festgestellt. Für landwirtschaftliche Fachkräfte ist dies eine drastische Erinnerung an die verdeckten Risiken beim Umgang mit Agrochemikalien.
Chlorpyrifos ist ein organophosphorhaltiges Insektizid, das jahrzehntelang weltweit im Ackerbau, im Obstbau und auf Gemüsefeldern zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt wurde. Es war wegen seiner hohen Wirksamkeit und Breitenwirkung ein fester Bestandteil vieler konventioneller Spritzpläne.
Die Europäische Union hat die Zulassung für diesen Wirkstoff bereits im Jahr 2020 aufgrund erheblicher Bedenken hinsichtlich der Neurotoxizität nicht verlängert. Die aktuellen Studienergebnisse aus den USA bestätigen nun eindrucksvoll die Richtigkeit der strengen europäischen Zulassungspolitik zum Schutz der Verbraucher und Anwender.
Die größte Gefahr im landwirtschaftlichen Alltag liegt oft in der Verschleppung. Landwirte, Agronomen und Lohnunternehmer können unsichtbare Spritzmittelrückstände auf ihrer Arbeitskleidung oder den Schuhen mit ins Wohnhaus nehmen, wo sie unbemerkt schwangere Familienangehörige gefährden.
Kontext für Landwirte: Auch wenn Chlorpyrifos auf europäischen Feldern nicht mehr ausgebracht werden darf, unterstreicht diese Studie, wie essenziell das konsequente Tragen von persönlicher Schutzausrüstung (PSA), der Einsatz von Aktivkohlefiltern in Traktorkabinen und die strikte räumliche Trennung von Arbeits- und Privatkleidung sind.
— Redaktion agronom.work