Agronom Work

Wir haben Vereinigte Staaten als Ihren Standort erkannt. Sie können Ihr Land jederzeit ändern.

Anderes wählen

CRISPR-Pflanzen in Europa: Was die Genomeditierungs-Reform für Landwirte bedeutet

CRISPR-Pflanzen in Europa: Was die Genomeditierungs-Reform für Landwirte bedeutet

Die europäische Landwirtschaft steht vor einer weitreichenden regulatorischen Neuausrichtung, nachdem die Europäische Union begonnen hat, die strengen Beschränkungen für geneditierte Kulturpflanzen zu lockern. Jahrzehntelang unterlagen Pflanzen, die mit präzisen Züchtungsmethoden wie CRISPR entwickelt wurden, denselben langwierigen Zulassungsverfahren wie transgenetische Gentechnik-Organismen (GMO), was ihren kommerziellen Anbau in den Mitgliedstaaten praktisch verhinderte. Die geplante Gesetzgebung zielt darauf ab, Sorten, die auch auf natürliche Weise oder durch herkömmliche Züchtung hätten entstehen können, von klassischen GMOs zu unterscheiden.

Für Ackerbaubetriebe in Deutschland, den Benelux-Ländern und im gesamten mitteleuropäischen Raum stellt dieser Wandel ein wichtiges Instrument im Umgang mit dem Klimawandel dar. Zunehmende Drohten, Hitzewellen und ein höherer Pflanzenschutzdruck belasten konventionelle Züchtungsprogramme, die oft nicht schnell genug auf neue Stressfaktoren reagieren können. Die Genomeditierung ermöglicht es Züchtern, gezielt Resistenzen gegen Krankheiten oder Trockenheit zu stärken, ohne fremde DNA einzuführen. Dadurch könnten Landwirte künftig Sorten anbauen, die bei stabilen Erträgen weniger Pflanzenschutzmittel erfordern.

Der Weg von der politischen Reform zur praktischen Anwendung auf dem Feld ist jedoch mit Hürden verbunden. Bauernverbände, Saatguthersteller und Agrartechnik-Unternehmen beobachten genau, wie die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten die Kriterien für die Deregulierung ausgestalten. Eine zentrale Forderung aus der Praxis ist ein wissenschaftlich fundiertes, aber schlankes Zulassungsverfahren, das regionale Züchter und Genossenschaften nicht benachteiligt.

Zudem spielen die Lieferketten und der internationale Handel eine entscheidende Rolle. Getreidehändler und Verarbeiter müssen die Rückverfolgbarkeit von Saatgut und Erntegut gewährleisten, insbesondere wenn Handelspartner außerhalb der EU andere Maßstäbe ansetzen. Transparenz und klare Regeln für das Nebeneinander von konventionellem, ökologischem und genomeditiertem Anbau sind unerlässlich, um das Vertrauen der Verbraucher und stabile Märkte zu sichern.

Was das für Landwirte bedeutet: Die Reform der EU-Gentechnikregeln ebnet den Weg für trockenheitstolerantere Sorten; Betriebsleiter sollten daher künftig verstärkt auf Sortenprüfungen und regionale Versuche achten, um frühzeitig von klimaresistentem Saatgut zu profitieren.

— Redaktion agronom.work