EPA genehmigt Pestizide mit PFAS-Verbindungen: Auswirkungen auf europäische Landwirte
Die US-Umweltschutzbehörde (EPA) hat kürzlich drei neue Pestizide mit Kohlenstoff-Fluor-Bindungen zugelassen. Dies hat die Debatte darüber neu entfacht, ob diese Stoffe als PFAS, die sogenannten „Ewigkeitschemikalien“, einzustufen sind. In der Landwirtschaft sind solche Substanzen aufgrund ihrer Stabilität und Wirksamkeit geschätzt, doch ihre Persistenz in der Umwelt ist ein zentraler Kritikpunkt.
Im Kontext der europäischen Landwirtschaft steht dieser Schritt im scharfen Kontrast zur aktuellen Verschärfung der Pestizidregulierung im Rahmen des „Green Deal“ und der „Farm-to-Fork“-Strategie. Europäische Agronomen sehen sich bereits mit einer schrumpfenden Liste zugelassener Wirkstoffe konfrontiert, da die EFSA zunehmend auf Nachhaltigkeit und Umwelttoxizität achtet. Während die USA regulatorisch neue Wege gehen, bleibt die EU bei ihrem vorsichtigen Kurs.
Die Sorge der Landwirte gilt vor allem der potenziellen langfristigen Boden- und Wasserbelastung. PFAS-Verbindungen sind extrem schwer abbaubar. Da internationale Handelsvorschriften und Rückstandshöchstmengen (MRL) immer strenger werden, könnte die Verwendung solcher Mittel zu einem Handelshemmnis für Landwirte werden, die ihre Produkte auf dem streng regulierten europäischen Markt absetzen wollen.
Bei der Bewirtschaftung von Anbausystemen wird der Kompromiss zwischen der Wirksamkeit im Pflanzenschutz und dem Risiko einer langfristigen Umweltbelastung immer deutlicher. Der integrierte Pflanzenschutz (IPM) ist mittlerweile weit mehr als eine regulatorische Anforderung; er ist ein Werkzeug des Risikomanagements. Die Abhängigkeit von chemischen Mitteln, die ökologisch in der Kritik stehen, könnte die Zertifizierung von Flächen und die Vermarktung von Ernten erschweren.
Was das für Landwirte bedeutet: Landwirte sollten sich auf strengere Kontrollen von chemischen Rückständen in globalen Lieferketten einstellen. Selbst wenn ein Mittel im Ausland zugelassen ist, sollten die lokalen europäischen Vorgaben genau beobachtet werden, da die EU dazu neigt, Stoffe mit internationalem ökologischem Gegenwind einzuschränken.
— Redaktion agronom.work