EU genehmigt geneditierte Pflanzen: Ein historischer Wandel für Europas Landwirte
In einer wegweisenden Entscheidung, die die Agrarlandschaft des Kontinents verändern wird, hat die Europäische Union offiziell anerkannt, dass Pflanzen, die ohne die Einführung artfremder DNA verbessert wurden, genauso behandelt werden sollten wie konventionell gezüchtete Sorten. Dieser historische Wandel der rechtlichen Rahmenbedingungen passt die europäische Politik endlich an die Realitäten der modernen Agrarwissenschaft an.
Mehr als zwei Jahrzehnte lang waren die europäischen Landwirte mit einem Wettbewerbsnachteil konfrontiert. Strenge GVO-Vorschriften aus dem Jahr 2001 warfen präzise Gen-Editierungsverfahren mit herkömmlicher Transgenetik in einen Topf. Dies blockierte faktisch den Anbau von Pflanzen, die mit Neuen Genomischen Techniken (NGT) entwickelt wurden, und verwehrte den Bauern in Deutschland, Polen und Nachbarländern den Zugang zu klimaresistentem Saatgut, das in Amerika längst Standard ist.
Aus agronomischer Sicht ändert dieser Beschluss alles. Durch den Abbau bürokratischer Hürden für naturbasierte Pflanzenverbesserung können Züchter nun deutlich schneller Sorten entwickeln, die von Natur aus resistent gegen Schädlinge, Krankheiten und Wetterextreme sind. Dies ist von entscheidender Bedeutung, da die Landwirte unter dem Druck des „Green Deal“ stehen, hohe Erträge zu sichern und gleichzeitig den Einsatz von chemischen Düngemitteln und Pestiziden zu reduzieren.
Die Entscheidung ist auch eine massive Bestätigung für Agrartechnologie-Unternehmen, die auf nicht-transgene Gen-Editierung gesetzt haben. Unternehmen wie Cibus, die 25 Jahre in diese speziellen Verfahren investiert haben, können nun pflanzliche Eigenschaften auf den europäischen Markt bringen, die exakt auf unsere Agronomie zugeschnitten sind. Dazu gehören wichtige Innovationen wie die Reduzierung von Schotenplatzfestigkeit bei Raps und gezielte Herbizidtoleranzen, die Ernteeffizienz und Unkrautmanagement direkt verbessern.
Praktische Erkenntnis: In den kommenden Aussaatsaisons können Europas Landwirte mit einem deutlichen Zustrom von Hochleistungssaatgut rechnen, das nicht das restriktive „GVO“-Label trägt. Agronomen sollten sich darauf vorbereiten, diese neuen NGT-Sorten zu bewerten und in künftige Fruchtfolgen zu integrieren.
— Redaktion agronom.work