Agronom Work

Wir haben Vereinigte Staaten als Ihren Standort erkannt. Sie können Ihr Land jederzeit ändern.

Anderes wählen

Wie Genomeditierung Landwirten helfen kann, die Nährstoffqualität bei Klimawandel zu sichern

Wie Genomeditierung Landwirten helfen kann, die Nährstoffqualität bei Klimawandel zu sichern

Mit dem fortschreitenden Klimawandel stehen Landwirte in Deutschland und den Nachbarländern vor einer stillen Herausforderung: dem Nährstoffverlust bei Kulturpflanzen. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass erhöhte Kohlendioxidkonzentrationen und anhaltende Trockenperioden den Gehalt an essenziellen Mikronährstoffen wie Eisen, Zink und Proteinen in Weizen und Gerste verringern. Für Ackerbaubetriebe bedeutet dies ein finanzielles Risiko, da Mühlen und Futtermittelhersteller zunehmend auf stabilen Proteingehalten und Qualitätswerten bestehen.

Um diesem Qualitätsverlust entgegenzuwirken, setzen Züchter und Agrarwissenschaftler auf moderne gentechnische Verfahren, insbesondere die CRISPR-Cas-Genschere. Im Vergleich zur klassischen Kreuzungszüchtung, die oft ein Jahrzehnt oder länger dauert, ermöglicht die Genomeditierung präzise und schnelle Anpassungen direkt im Erbgut der Pflanze. Diese Geschwindigkeit ist entscheidend, um Nutzpflanzen an die sich rasch verändernden Witterungsverhältnisse in Mitteleuropa anzupassen.

Der landwirtschaftliche Nutzen liegt hierbei in der sogenannten Biofortifikation. Durch gezielte genetische Anpassungen wird die Fähigkeit der Pflanze verbessert, Nährstoffe auch unter Hitze- oder Trockenstress effizient aufzunehmen und zu speichern. Dies ermöglicht es den Landwirten, qualitativ hochwertiges Getreide zu erzeugen, ohne massiv in zusätzliche, teure Mikronährstoffdünger investieren zu müssen.

Die praktische Umsetzung in Deutschland hängt maßgeblich von den politischen Entscheidungen in Brüssel ab. Die Europäische Union diskutiert derzeit eine Neuregelung für Neue Genomische Techniken (NGT). Eine Deregulierung würde bedeuten, dass durch präzise Genschere erzeugte Pflanzen nicht mehr unter die strengen GMO-Auflagen fallen, was den Weg für widerstandsfähiges Saatgut auf deutschen Feldern frei machen würde.

Kontext für Landwirte: Eine absehbare gesetzliche Neuregelung der NGT in der EU wird den Zugang zu trockenheitstoleranten und nährstoffstabilen Saatgutmischungen erleichtern. Betriebsleiter sollten die Sortenversuche der Landwirtschaftskammern aufmerksam verfolgen, um frühzeitig auf neue Marktstandards reagieren zu können.

— Redaktion agronom.work