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Gesund aussehendes Vieh kann arzneiresistente Bakterien auf Menschen übertragen

Gesund aussehendes Vieh kann arzneiresistente Bakterien auf Menschen übertragen

Mikrobiologische Forschungen und veterinärmedizinische Warnungen lenken die Aufmerksamkeit auf ein unterschätztes Risiko in der modernen Nutztierhaltung: Tiere, die völlig gesund erscheinen, können dennoch antibiotikaresistente Bakterien in sich tragen. Selbst ohne klinische Krankheitssymptome sind Rinder, Schweine und Geflügel in der Lage, Erregerstämme zu beherbergen, die gegenüber gängigen tier- und humanmedizinischen Medikamenten unempfindlich sind.

Für Betriebsleiter, Tierpfleger und landwirtschaftliche Arbeitskräfte verwandeln sich alltägliche Stallarbeiten dadurch in potenzielle Expositionswege. Der direkte Umgang mit den Tieren, Arbeiten mit Gülle sowie der Kontakt mit belastetem Staub und Aerosolen im Stall bieten Wegen für resistente Mikroorganismen, sich auf Menschen zu übertragen, lange bevor tierische Produkte in den Handel gelangen.

Neben den berufsbezogenen Gesundheitsrisiken auf dem landwirtschaftlichen Betrieb gerät auch die breitere Versorgungskette unter Druck. Bewässerungswasser, lokale Gewässer und mit Rohmist gedüngte Böden können als Vektoren dienen, die Resistenzgene in die Umwelt austragen und im schlimmsten Fall frische Agrarprodukte auf dem Feld kontaminieren.

Europäische Viehhalter arbeiten bereits unter strengen regulatorischen Vorgaben zum Antibiotikaeinsatz mit dem Ziel, den prophylaktischen Medikamentenverbrauch zu senken. Die Umweltdauerhaftigkeit von Bakterien bedeutet jedoch, dass frühere Einsätze und mikrobielle Pools weiterhin hohe Anforderungen an die Biosicherheitsmaßnahmen in intensiven und extensiven Haltungssystemen stellen.

Was das für Landwirte bedeutet: Tierhalter sollten Biosicherheitsstandards, Hygieneprotokolle für das Personal und das betriebliche Managementsystem für Wirtschaftsdünger überprüfen, um berufsbedingte Risiken und die Verbreitung resistenter Stämme zu minimieren. Ein konsequentes Stallmanagement und der rationale Einsatz von Veterinärarzneimitteln sind unerlässlich.

— Redaktion agronom.work