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Nachweis von HPAI H5N1 bei Katze und Ratten in Geflügelbestand

Nachweis von HPAI H5N1 bei Katze und Ratten in Geflügelbestand

Die anhaltende weltweite Ausbreitung der hochpathogenen aviären Influenza (HPAI) des Stammes A(H5N1) Klade 2.3.4.4b stellt die Landwirtschaft weiterhin vor enorme Herausforderungen. Das Virus, das sich in den vergangenen Jahren stark ausgebreitet hat, zeigt wiederholt seine Fähigkeit, Artengrenzen zu überschreiten. Jüngste dokumentierte Fälle bei untypischen Wirten – konkret Ratten und einer Hauskatze in einem von der Geflügelpest betroffenen Kleinbestand – unterstreichen die komplexen epidemiologischen Übertragungswege dieses Erregers.

Für kommerzielle Geflügelhalter und kleinere Betriebe gleichermaßen ist das Vorkommen des Virus bei synantropen Nagetieren ein deutlicher Hinweis auf schwer kontrollierbare Vektoren. Ratten bewegen sich regelmäßig zwischen Futtersilos, Stallungen und angrenzenden Feldern und können potenziell als mechanische oder biologische Überträger des Virus dienen. Wenn Haustiere wie Katzen infizierte Nagetiere oder kranke Vögel erbeuten und fressen, sind auch sie gefährdet, wodurch unbeabsichtigte Infektionsbrücken in der Nähe von Mensch und Nutztier entstehen.

Während industrielle Geflügelhaltungsbetriebe in der EU und darüber hinaus strenge Biosicherheitsstandards anwenden – wie etwa Einzäunungen, vogelsichere Netze und professionelles Schädlingstagagement –, weisen Klein- und Hobbyhaltungen häufig Lücken auf. Solche Bestände können als unerkannte Reservoire dienen, in denen das Virus persistiert und sich potenziell in Richtung kommerzieller Lieferketten ausbreitet.

Tierärztliche Behörden betonen daher, dass die Schädlingsbekämpfung als elementarer Bestandteil der Tiergesundheit verstanden werden muss. Das Verhindern des Zugangs von Nagetieren zu Futter und Wasser, das dichte Verschließen der Ställe gegenüber Wildvögeln sowie das Fernhalten von Haustieren aus Produktionsbereichen sind essenziell, um lokale Ausbrüche einzudämmen.

Was das für Landwirte bedeutet: Landwirte und Tierhalter müssen integrierte Schädlingsbekämpfungs- und Biosicherheitsmaßnahmen konsequent umsetzen und Nagetiere nicht nur als Futterverderber, sondern als direkten Vektor für aviäre Influenza und Zoonosen ernst nehmen.

— Redaktion agronom.work