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Neue Fungizidklasse: Mehr Effizienz bei sinkender chemischer Belastung

Neue Fungizidklasse: Mehr Effizienz bei sinkender chemischer Belastung

Die Landwirtschaft steht vor einem Umbruch: Bewährte Pflanzenschutzmittel geraten aufgrund verschärfter Umweltauflagen zunehmend unter Druck. Fungizide auf Mancozeb-Basis, die lange Zeit als Rückgrat des Resistenzmanagements galten, werden in der EU und anderen Regionen immer stärker reglementiert oder verboten. Für Landwirte bedeutet dies nicht nur den Verlust wichtiger Werkzeuge, sondern auch das Risiko zunehmender Pilzresistenzen.

Da viele bewährte Wirkstoffe wegfallen, droht eine verstärkte Abhängigkeit von Fungiziden mit nur einem Wirkungsort (Single-Site-Inhibitoren), gegen die Pilze schneller resistent werden. Die Folge sind häufigere Spritzungen, steigende Betriebskosten und eine höhere Belastung für die Umwelt. Die Branche sucht daher dringend nach skalierbaren Lösungen, die den Pflanzenschutz effektiv halten und gleichzeitig die chemische Last pro Hektar senken.

Ichor Ag setzt hier auf eine neue Klasse fotodynamisch aktiver Xanthen-Chemie. Sobald die Verbindung auf die Pflanze aufgebracht wird, absorbiert sie Licht und erzeugt reaktive Sauerstoffspezies, die die Zellmembranen der Pilze schädigen. Dies wirkt als Multi-Site-Inhibitor und erschwert die Entwicklung von Resistenzen durch den Pilz erheblich.

Das Hauptpotenzial für Agronomen liegt in der Synergiewirkung: Anstatt bestehende Produkte komplett zu ersetzen, kann die Technologie von Ichor als „Booster“ in Mischungen eingesetzt werden. Tests zeigen, dass eine 99-prozentige Krankheitskontrolle auch mit halbierten Aufwandmengen herkömmlicher Wirkstoffe erreicht werden kann, was sowohl ökologische Vorgaben erfüllt als auch die Wirtschaftlichkeit des Anbaus schützt.

Kontext für Landwirte: Angesichts der regulatorischen Verschärfungen durch die EU ist es sinnvoll, neue Technologien zur Effizienzsteigerung im Blick zu behalten. Derartige Ansätze bieten die Möglichkeit, den Pflanzenschutz fit für die Zukunft zu machen, die Erträge abzusichern und gleichzeitig den Anforderungen des Green Deals in Bezug auf den Pestizideinsatz gerecht zu werden.

— Redaktion agronom.work