Plantik und Hudson River Biotechnology kooperieren bei hitzetoleranten Erdbeeren
Europäische Beerenobstproduzenten und Gartenbaubetriebe spüren zunehmend die Folgen extremer Hitzewellen, die die Blütezeit stören, den Fruchtansatz verringern und die Qualität der Ernte mindern. Um diesen klimabedingten Risiken zu begegnen, haben das französische Unternehmen Plantik Biosciences und die niederländische Hudson River Biotechnology eine Partnerschaft zur Entwicklung validierter Hitzetoleranzeigenschaften bei Erdbeeren vereinbart.
Plantik setzt dabei auf seine proprietäre ATLANTIS-Plattform für maschinelles Lernen, um regulatorische DNA-Bereiche zu analysieren, die die Genaktivität steuern, ohne fremde DNA einzufügen. Nach erfolgreichen Freilandversuchen mit hitzetoleranten Tomaten in den USA und Belgien wendet das Unternehmen seine Entdeckungspipeline nun auf komplexere gartenbauliche Kulturen an.
Als Partner stellt Hudson River Biotechnology seine BioMaas-Plattform zur Genomeditierung zur Verfügung, die als Bindeglied zwischen Trait-Entwicklern und Züchtern dient. Erdbeeren stellen im Vergleich zu Tomaten eine weitaus größere züchterische Herausforderung dar, da sie oktoploid sind und traditionell klonal vermehrt werden, was präzise Eingriffe direkt im kommerziellen Zuchtmaterial erfordert.
Ziel der Kooperation ist es, kleinere und mittlere Zuchtbetriebe den Zugang zu modernsten Genomtechnologien zu erleichtern und die hohen Entwicklungsrisiken zu minimieren. Durch die Bereitstellung etablierter Bearbeitungsabläufe soll der oft acht Jahre währende Zyklus der herkömmlichen Sortenentwicklung entscheidend verkürzt werden.
Die Initiative bewegt sich in einem Umfeld wachsenden Interesses an neuen genomischen Techniken, begünstigt durch anhaltende Diskussionen über regulatorische Anpassungen innerhalb der Europäischen Union. Langfristig sollen diese biotechnologischen Fortschritte dazu beitragen, stabile Erträge im Beerenanbau trotz fortschreitenden Klimawandels zu sichern.