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Probiotika in der Rinderhaltung: Chancen für Immunität und Milchleistung

Probiotika in der Rinderhaltung: Chancen für Immunität und Milchleistung

Die Integration von Probiotika in die Rinderernährung entwickelt sich für europäische Milchviehbetriebe von einer experimentellen Maßnahme zu einem bewährten Management-Tool. Durch den Einsatz nützlicher Bakterien, Hefen und Pilze können Landwirte das Mikrobiom des Pansens stabilisieren, ohne auf antibiotische Wachstumsförderer angewiesen zu sein – ein wichtiger Schritt angesichts der strenger werdenden EU-Vorgaben für den Antibiotikaeinsatz.

Der größte Vorteil für den Milchviehbetrieb liegt in der Stabilisierung der Pansenfunktion. Hochleistungskühe, die energiereiche Rationen erhalten, leiden häufig unter subakuter Pansenazidose. Probiotische Zusätze helfen, den pH-Wert zu regulieren, was nicht nur die Nährstoffaufnahme verbessert, sondern oft auch messbar zu höheren Protein- und Fettgehalten in der Milch führt.

Besondere Bedeutung kommt der Kälberaufzucht zu. Eine frühe Besiedlung des Verdauungstrakts mit nützlichen Mikroorganismen legt den Grundstein für ein robustes Immunsystem. Dies reduziert das Auftreten von Kälberdurchfall und Atemwegserkrankungen, die zu den Hauptursachen für Tierarztkosten und Ausfälle in den ersten Lebensmonaten zählen.

Zudem unterstützen solche biotechnologischen Lösungen die europäische „One Health“-Strategie zur Verringerung von Antibiotikaresistenzen. Betriebe, die erfolgreich auf Probiotika setzen, können die hohen Nachhaltigkeitsstandards der „Farm-to-Fork“-Strategie leichter erfüllen, was die Position bei der Vermarktung in Qualitäts-Lieferketten stärken kann.

Praktische Erkenntnis: Probiotika sind kein Ersatz für eine gute Stallhygiene und ein sauberes Management, sondern ein Instrument zur Unterstützung der Tiergesundheit in Stressphasen wie dem Absetzen oder Futterumstellungen. Sprechen Sie mit Ihrem Ernährungsberater, um Stämme auszuwählen, die spezifisch für bovine Stoffwechselwege validiert wurden, da die Wirksamkeit stark von der Dosierung und der Qualität der Mikroorganismenstämme abhängt.

— Redaktion agronom.work