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Regenerative Zertifikate: Warum Bio für Landwirte der Goldstandard bleibt

Regenerative Zertifikate: Warum Bio für Landwirte der Goldstandard bleibt

Der Agrarsektor ist derzeit geprägt von Diskussionen über die regenerative Landwirtschaft, die von großen Lebensmittelaufkäufern und der Politik oft als die Zukunft des Pflanzenbaus propagiert wird. Ein neuer Bericht der Organisation Friends of the Earth erinnert jedoch an eine harte Realität: Der Begriff „regenerativ“ bedeutet nicht automatisch „pestizidfrei“. Für europäische Landwirte, die sich mit einer wachsenden Zahl von Zertifizierungssystemen auseinandersetzen müssen, ist diese Unterscheidung bei der Planung langfristiger Betriebsstrategien und der Vorhersage von Marktanforderungen von entscheidender Bedeutung.

Eine umfassende Analyse von zehn bekannten Zertifikaten für regenerative Landwirtschaft deckte große Unterschiede bei den Standards auf, insbesondere beim Einsatz von Agrochemikalien. Obwohl sich die regenerative Landwirtschaft auf Bodengesundheit, Biodiversität und die Widerstandsfähigkeit von Ökosystemen konzentriert, zeigte der Bericht, dass einige neuere Einstiegszertifizierungen den weiteren, wenn auch eingeschränkten, Einsatz chemischer Pestizide und synthetischer Düngemittel erlauben. Dies schafft eine unübersichtliche Lage für Erzeuger, die möglicherweise in eine Zertifizierung investieren, die letztendlich keine Preisaufschläge für saubere Lieferketten erzielt.

Für Landwirte, die eine Umstellung in Erwägung ziehen, unterteilt der Bericht die Zertifizierungen in sogenannte „Pathway“- (Weg-) und „Threshold“- (Schwellenwert-) Programme. Pathway-Programme sollen die Landwirte dort abholen, wo sie stehen, und schrittweise Verbesserungen der Bodengesundheit ohne sofortiges Agrochemikalien-Verbot fördern. Sie können ein nützliches Sprungbrett für konventionelle Betriebe sein. Schwellenwertprogramme hingegen, die streng auf Bio-Standards basieren, legen vom ersten Tag an eine hohe, kompromisslose Messlatte an und bieten Firmenkunden und Verbrauchern die verlässlichste Sicherheit.

Die Umweltschutzorganisation empfiehlt nachdrücklich, dass die Bio-Zertifizierung als Basis für formale Definitionen der regenerativen Landwirtschaft dienen sollte. Jahrzehntelange Forschung belegt, dass der ökologische Landbau eine bewährte Methode ist, um die Klimaresilienz zu erhöhen, Kohlenstoff im Boden zu binden und die allgemeine Biodiversität zu erhalten. Für die landwirtschaftliche Gemeinschaft bedeutet dies, dass grundlegende regenerative Praktiken zwar gut für den Acker sind, das ultimative wirtschaftliche und ökologische Ziel jedoch der vollständige Bio-Status bleiben sollte, der durch strenge gesetzliche Rahmenbedingungen abgesichert ist.

Praktische Erkenntnis: Wenn Sie sich für ein Zertifizierungssystem entscheiden, um Premium-Käufer anzuziehen, sollten Sie bei Programmen mit lockeren Pestizidbeschränkungen vorsichtig sein. Betrachten Sie Basis-Zertifikate für regenerative Landwirtschaft als Übergangsinstrument, aber richten Sie Ihre langfristige Betriebsstrategie an strengen Bio-Standards aus, um höchste Marktrentabilität zu sichern.

— Redaktion agronom.work