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ToBRFV-Virus: Gen Tm-2² bietet nur noch eingeschränkten Schutz bei Tomaten

ToBRFV-Virus: Gen Tm-2² bietet nur noch eingeschränkten Schutz bei Tomaten

Über sechs Jahrzehnte hinweg galt das Tm-2²-Gen als Goldstandard für den Schutz von Tomatenkulturen vor Tobamoviren. Seine Beständigkeit machte es zum Grundpfeiler in Züchtungsprogrammen in ganz Europa, wodurch großflächige Ernteverluste durch Mosaikviren effektiv verhindert werden konnten.

Das Auftreten des Tomato Brown Rugose Fruit Virus (ToBRFV) hat diese Stabilität jedoch erschüttert. Wissenschaftliche Analysen bestätigen nun, dass das Tm-2²-Gen zwar noch ein gewisses Maß an Schutz bietet, seine Fähigkeit zur vollständigen Unterdrückung von ToBRFV jedoch eingeschränkt ist. Das Virus hat Wege gefunden, diesen klassischen Abwehrmechanismus teilweise zu umgehen.

Für kommerzielle Betriebe bedeutet dies, dass selbst Sorten mit dem Tm-2²-Gen asymptomatische Träger des Virus sein können. Dies birgt die Gefahr einer unerkannten Ausbreitung innerhalb des Betriebs, was zu Einbußen bei der Fruchtqualität und zu wirtschaftlichen Schäden führen kann, auch ohne dass es zu einem sofortigen Absterben der Pflanzen kommt.

Diese Entwicklung erfordert ein Umdenken bei der Schutzstrategie. Genetische Resistenzen allein reichen nicht mehr aus. Landwirte sollten diese mit strengen phytosanitären Maßnahmen kombinieren: Dazu gehören die konsequente Desinfektion von Werkzeugen, der Einsatz von Schutzkleidung und die strikte Zugangskontrolle in den Produktionsbereichen.

Praktische Erkenntnis: Da das Tm-2²-Gen keine vollständige Barriere mehr darstellt, sollten Sie „resistente“ Sorten als potenziell anfällig für latente Infektionen betrachten. Investieren Sie in strikte Biosicherheitsmaßnahmen und eine engmaschige Überwachung der Bestände, um das Übertragungsrisiko in Ihrem Betrieb zu minimieren.

— Redaktion agronom.work