Herbst-Heerwurm: Lehren aus Neuseeland für Europas Maisbauern
Der Herbst-Heerwurm (Spodoptera frugiperda) stellt weiterhin eine erhebliche Gefahr für den weltweiten Maisanbau dar. Aktuelle Forschungsergebnisse aus einem vierjährigen Projekt in Neuseeland bieten wertvolle Einblicke in die Biologie dieses Schädlings, die auch für europäische Agronomen von zunehmender Bedeutung sind.
Das Forschungsprojekt konzentrierte sich auf die Beobachtung von Migrationsmustern, Populationsdichten und der Resistenz gegenüber konventionellen chemischen Pflanzenschutzmitteln. Die Wissenschaftler stellten fest, dass sich der Schädling schneller an gemäßigte Klimazonen anpassen kann als erwartet, was neue Herausforderungen für den Anbau in Regionen außerhalb der Tropen mit sich bringt.
Für europäische Landwirte ist die Unvorhersehbarkeit der Ausbreitung die größte Herausforderung. Da der Herbst-Heerwurm bereits in Mittelmeerregionen nachgewiesen wurde, verdeutlichen die neuseeländischen Erfahrungen, dass eine rein chemische Bekämpfung oft ineffizient ist. Aufgrund der schnellen Resistenzbildung ist ein integrierter Pflanzenschutz (IPM) unerlässlich.
Eine erfolgreiche Strategie erfordert ein kontinuierliches Monitoring mittels Pheromonfallen, um Populationsspitzen frühzeitig zu erkennen. Da der Schädling in der Lage ist, weite Strecken zurückzulegen, reichen Maßnahmen auf einzelbetrieblicher Ebene oft nicht aus; eine koordinierte Überwachung und Datenteilung zwischen Landwirten und Behörden sind für eine effektive Eindämmung entscheidend.
Worauf zu achten ist: Der Aufbau eines Pheromon-Monitoring-Netzwerks ist der wichtigste Schritt, um Ernteverluste durch den Herbst-Heerwurm zu minimieren. Achten Sie auf charakteristische Fraßschäden an den Blättern und melden Sie Beobachtungen umgehend den zuständigen Pflanzenschutzbehörden, um die Ausbreitung zu dokumentieren und bekämpfen.
— Redaktion agronom.work