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Chlorpyrifos-Exposition mit 2,5-fach erhöhtem Parkinson-Risiko verbunden

Chlorpyrifos-Exposition mit 2,5-fach erhöhtem Parkinson-Risiko verbunden

Neue, in der Fachzeitschrift Molecular Neurodegeneration veröffentlichte Forschungsergebnisse haben einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem landwirtschaftlichen Pestizid Chlorpyrifos und schweren neurologischen Auswirkungen hergestellt. Sie zeigen, dass eine langfristige Exposition das Risiko, an Parkinson zu erkranken, um das 2,5-fache erhöht. Jahrzehntelang war Chlorpyrifos ein weltweit von Landwirten eingesetztes Standard-Organophosphat-Insektizid, um Mais, Sojabohnen, Obstbäume und Gemüse vor einer Vielzahl von Schädlingen zu schützen.

Obwohl diese spezifische Chemikalie in der gesamten Europäischen Union im Jahr 2020 aufgrund von Beweisen für Genotoxizität und Entwicklungsrisiken offiziell verboten wurde, hallt ihr historisch weit verbreiteter Einsatz in der landwirtschaftlichen Gemeinschaft immer noch nach. Viele ältere Landwirte, Traktorfahrer und erfahrene Agronomen in Deutschland, Polen und den Nachbarländern haben möglicherweise jahrelang Produkte mit diesem Wirkstoff gehandhabt oder ausgebracht, bevor die strengen Vorschriften in Kraft traten.

Die Studie hebt hervor, dass die Gefahr nicht ausschließlich auf Personen beschränkt ist, die direkt mit den Spritzgeräten umgehen. Selbst eine langfristige Exposition im Wohnumfeld – wie etwa bei Landwirtsfamilien, die in unmittelbarer Nähe von Feldern leben, auf denen das Pestizid routinemäßig versprüht wurde – erhöht das Risiko einer Neurodegeneration dramatisch. Dies unterstreicht die heimtückische Natur bestimmter Agrochemikalien, die abdriften oder in der lokalen Umwelt verbleiben können und schließlich das zentrale Nervensystem schwer schädigen.

Für den modernen Agrarsektor dienen diese Erkenntnisse als starke Bestätigung der zunehmend strengeren Pestizid-Zulassungsverfahren der EU. Sie sind auch eine Warnung für Regionen wie die Ukraine, die derzeit ihre landwirtschaftlichen Standards an europäische Normen anpassen. Die Untersuchung untermauert, warum der branchenweite Übergang zu integriertem Pflanzenschutz (IPS) und sichereren biologischen Alternativen im Grunde eine Frage des Arbeitsschutzes und der öffentlichen Gesundheit ist.

Praktische Erkenntnis: Obwohl Chlorpyrifos in Europa heute stark eingeschränkt ist, ist diese Studie eine wichtige Erinnerung daran, dass alle Betriebsleiter die Verwendung angemessener persönlicher Schutzausrüstung (PSA) beim Umgang mit jeglichen Organophosphaten oder komplexen Tankmischungen streng durchsetzen müssen, um die langfristige Gesundheit ihrer Arbeitskräfte zu schützen.

— Redaktion agronom.work