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Waldbrandrisiko erreicht kühlere Regionen Europas: Die Rolle des landwirtschaftlichen Managements

Waldbrandrisiko erreicht kühlere Regionen Europas: Die Rolle des landwirtschaftlichen Managements

Die Landkarte der Wald- und Flächenbrände in Europa verändert sich rasant. Nach der verheerenden Brandsaison 2025 weitet sich die Gefahr nun auch auf traditionell kühlere und feuchtere Regionen wie das schottische Hochland und die irischen Hügellandschaften aus. Für den europäischen Agrarsektor signalisiert dies eine deutliche Verschiebung der klimabedingten Risiken, die nun auch Höfe bedrohen, die bisher als sicher galten.

Die Ursache für diese wachsende Bedrohung liegt nicht nur in den steigenden globalen Temperaturen, sondern ist eng mit tiefgreifenden Veränderungen in der landwirtschaftlichen Flächennutzung verknüpft. In den letzten Jahrzehnten haben wirtschaftliche Zwänge dazu geführt, dass Grenzertragsböden aufgegeben und die traditionelle Weidehaltung in vielen dieser Gebiete stark reduziert wurde.

Ohne die ständige Beweidung durch Schafe oder Rinder, die den Pflanzenwuchs natürlich regulieren, sammelt sich auf den brachliegenden Flächen massiv brennbare Biomasse an – wie Heidekraut, Adlerfarn und trockenes Gras. In Kombination mit ungewöhnlich trockenen Frühlingswinden und immer heißeren Sommern verwandeln sich diese unbewirtschafteten Landstriche in ein Pulverfass, das benachbarte aktive Höfe, wertvolle Ernten und teure Maschinen akut gefährdet.

Für Landwirte und Grundbesitzer bedeutet dies, dass ein passives Flächenmanagement nicht mehr ausreicht. Die Wiedereinführung kontrollierter Beweidungskonzepte zur Eindämmung des Unterholzes, die konsequente Pflege von Brandschutzstreifen zwischen Wäldern und Ackerland sowie der Einsatz moderner Agrartechnologie zur Früherkennung von Bränden werden zu essenziellen Bestandteilen der Betriebssicherung.

Was das für Landwirte bedeutet: Da sich die Risikozone für Brände über ganz Europa ausbreitet, sollten ein proaktives Vegetationsmanagement an den Feldrändern und die sorgfältige Überprüfung des Versicherungsschutzes für landwirtschaftliche Betriebe noch vor dem Sommer höchste Priorität haben.

— Redaktion agronom.work