Yara investiert in Bodensensorik-Startup Stenon angesichts hoher Düngemittelpreise
Der norwegische Düngemittelkonzern Yara International hat sich im Rahmen einer Series-B-Finanzierungsrunde über seine Venture-Sparte Yara Growth Ventures an dem deutschen Startup Stenon beteiligt. Stenon hat sich auf die Echtzeit-Messung von Bodenstickstoff direkt im Feld spezialisiert. Finanzielle Details der Transaktion wurden nicht bekannt gegeben, nachdem das in Potsdam ansässige Unternehmen Anfang des Jahres bereits 18 Millionen Euro unter der Leitung des niederländischen Investors Pymwymic einsammeln konnte.
Die Investition erfolgt vor dem Hintergrund massiver Verwerfungen auf den globalen Düngermärkten. Anhaltende geopolitische Konflikte stören den Export und treiben die Preise für wichtige Nährstoffe nach oben. Die Weltbank warnte kürzlich, dass logistische Engpässe die Preise für Harnstoff und Phosphate auf den höchsten Stand seit 2022 gehoben haben. Für landwirtschaftliche Betriebe in Europa bedeutet dies eine spürbare Steigerung der Betriebskosten.
Höhere Düngemittelkosten zwingen Landwirte dazu, ihre Ausbringungsstrategien grundlegend zu optimieren. Wer ohne präzise Daten arbeitet, riskiert entweder unnötig hohe Ausgaben für teuren Stickstoff oder Ertragsverluste durch unzureichende Nährstoffversorgung. Zudem verlangen strenge EU-Umweltauflagen und Düngeverordnungen ein exaktes Nährstoffmanagement, um Nitratbelastungen im Grundwasser zu vermeiden und rechtliche Vorgaben einzuhalten.
Um diese Effizienzprobleme zu lösen, bietet Stenon das mobile Messgerät FarmLab an, das pflanzenverfügbaren Stickstoff, organische Substanz, Bodentemperatur und Feuchtigkeit direkt vor Ort bestimmt. Integrierte KI-Modelle wandeln diese Rohdaten in konkrete Düngungsempfehlungen für Landwirte und Agronomen um. Dadurch lässt sich die natürliche Heterogenität von Schlägen präzise erfassen und bewirtschaften, statt auf pauschale Durchschnittswerte zu vertrauen.
Was das für Landwirte bedeutet: Angesichts volatiler Stickstoffpreise hilft der Einsatz von Echtzeit-Bodenanalytik wie dem Stenon-System dabei, den Düngemitteleinsatz exakt an den tatsächlichen Bedarf anzupassen und Betriebskosten zu senken. Betriebsleiter und Agronomen sollten präzise digitale Werkzeuge nutzen, um Rentabilität und gesetzliche Vorgaben im Ackerbau in Einklang zu bringen.
— Redaktion agronom.work